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Studie: Berufliche Belastungen erhöhen das Risiko für Karpaltunnelsyndrom

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Studie: Berufliche Belastungen erhöhen das Risiko für Karpaltunnelsyndrom

Studie: Berufliche Belastungen erhöhen das Risiko für Karpaltunnelsyndrom
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Berufliche Belastungen erhöhen das Risiko für operativ behandelte Karpaltunnelsyndrom um das 2- bis 2,5-Fache

Eine neue prospektive Studie aus Schweden zeigt deutlich:
Wer beruflich hohe Belastungen durch wiederholte Handgelenkbewegungen, starken Griff oder Hand-Arm-Vibration erfährt, hat ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Karpaltunnelsyndrom-Operation.

Zielsetzung:
Die Studie untersucht prospektiv den Zusammenhang zwischen beruflichen biomechanischen Belastungen und dem Risiko, eine Operation bei Karpaltunnelsyndrom (CTS) zu benötigen, bei einer großen Kohorte schwedischer Bauarbeiter männlichen Geschlechts

Methodik

Studienpopulation:
203 866 männliche Bauarbeiter, erfasst im Zeitraum 1971–1993, mit Nachverfolgung bis 2019.

Erhebung der Exposition:
Belastungen wie repetitives Handgelenksbeugen/ strecken, kräftiger sowie Pinch-Griff, Einsatz handgehaltener Werkzeuge und Hand-Arm-Vibration wurden über eine Job Exposure Matrix (JEM) anhand der jeweiligen Tätigkeitsstätte abgeschätzt.

Analyseverfahren:
Multivariable negative-binomial Regressionen berücksichtigten Alter, Körpergröße, Gewicht, Rauchstatus und Beruf (Handwerksrichtung) zur Ermittlung der relativen Risiken (RR) für CTS Operationen

Ergebnisse

Anzahl der Fälle:
3 851 CTS Operationen wurden in der Kohorte identifiziert; Inzidenzrate: ca. 137,6 Fälle pro 100 000 Personenjahre

Relative Risiken (höchste Expositionskategorien):
Hohe Belastung der oberen Extremitäten: RR = 2,6 (95 %-KI: 2,2–3,0)
Repetitives Beugen und Strecken des Handgelenks: RR = 2,6 (95 %-KI: 2,2–3,0)
Vollständige Handgelenk Extension: RR = 2,3 (95 %-KI: 1,9–2,6)
Kraftgriff (Power Grip): RR = 2,5 (95 %-KI: 2,2–2,9)
Pinch-Griff: RR = 2,0 (95 %-KI: 1,7–2,4)
Handgehaltene Werkzeugnutzung: RR = 2,3 (95 %-KI: 2,0–2,7)
Hand Arm Vibration: RR = 2,3 (95 %-KI: 1,9–2,7)

Fazit
Die Studie zeigt, dass berufliche Belastungen – insbesondere repetitive Bewegungen, starke Griffkraft, Werkzeuggebrauch und Vibration – das Risiko für operativ behandelte CTS etwa verdoppeln bis verdreifachen. Als Konsequenz empfehlen die Autor:innen klare präventive Maßnahmen und die Berücksichtigung berufsbedingter Belastungen bei der Einschätzung von CTS-Fällen

Stjernbrandt et al., Occup Environ Med, online veröffentlicht am 6. August 2025
Originalstudie lesen

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