Psychologische Aspekte in der Handtherapie verstehen und professionell einbeziehen
Die Hand ist mehr als ein funktionelles Werkzeug
Eine Erkrankung oder Verletzung der Hand betrifft häufig weit mehr als Beweglichkeit, Kraft und Sensibilität.
Die Hand ist eng mit Selbstbild, Selbstständigkeit, beruflicher Identität und sozialen Beziehungen verbunden.
Schmerzen, Funktionsverluste und eine längere Arbeitsunfähigkeit können deshalb erhebliche psychische Belastungen auslösen oder verstärken.
Dieses Seminar vermittelt Handtherapeutinnen und Handtherapeuten ein fundiertes Verständnis für die psychologischen Dimensionen handtherapeutischer Behandlungen.
Im Mittelpunkt steht die therapeutische Beziehung:
Wie lassen sich Empathie, professionelle Abgrenzung und eine unterstützende Haltung im Praxisalltag wirksam gestalten?
Zwischen Hand, Gehirn und Selbstbild
Handfunktion und Gehirn stehen in einer engen Wechselbeziehung. Veränderungen der Körperwahrnehmung, anhaltende Schmerzen oder eingeschränkte Belastbarkeit beeinflussen nicht nur die motorische Funktion, sondern auch das Selbstvertrauen und die Motivation der Betroffenen.
Anhand psychologischer Grundlagen, neurowissenschaftlicher Erkenntnisse und konkreter Fallbeispiele wird aufgezeigt, wie therapeutische Prozesse bewusst und sicher begleitet werden können. Dabei geht es ausdrücklich nicht um Psychotherapie, sondern um eine reflektierte, fachlich begründete und patientenzentrierte Handtherapie.
Praktische Übungen, Rollenspiele und die gemeinsame Bearbeitung von Kasuistiken unterstützen den Transfer in den beruflichen Alltag.
Inhalte der Veranstaltung
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Psychologische Grundlagen für die Handtherapie
Einführung in die Bedeutung des Unbewussten, psychodynamische Grundgedanken sowie ausgewählte Perspektiven von Sigmund Freud, Carl Gustav Jung, Erich Fromm und Henri Bergson.
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Therapeutische Haltung und Beziehungsgestaltung
Der „gute Arzt – gute Therapeut“ nach Klaus Dörner: Empathie, professionelle Nähe, Abgrenzung und Unterstützung im therapeutischen Kontakt.
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Selbstbild, Körperschema und Selbstvertrauen
Bedeutung der Hand und der oberen Extremität für die Körperwahrnehmung, Identität und persönliche Handlungskompetenz.
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Hand und Gehirn
Neurowissenschaftliche Grundlagen der Beziehung zwischen Hand, Gehirn und kortikaler Plastizität.
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Transfer und Gegenübertragung
Psychologische Dynamiken in der Beziehung zwischen Patient und Therapeut erkennen, reflektieren und professionell einordnen.
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Symbolik der Hand
Die Bedeutung der Hand für das Individuum und die Gesellschaft – mit einem erweiterten Blick auf die gesamte obere Extremität.
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Schmerz, Arbeit und Arbeitsunfähigkeit
Psychologische Aspekte von Schmerz, Belastbarkeit, beruflicher Rolle und Arbeitsunfähigkeit.
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Relevante Komorbiditäten
Umgang mit organischen Erkrankungen, depressiven Symptomen und auffälligen Persönlichkeitsstrukturen im handtherapeutischen Kontext.
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Therapeutische Handlungsmöglichkeiten ohne Psychotherapie
Praktische Grundlagen für eine empathische, unterstützende und klar abgegrenzte Behandlung.
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Spiegeltherapie und Graded Motor Imagery
Möglichkeiten der gezielten Aktivierung kortikaler Prozesse in der Handtherapie.
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Praxis: Rollenspiele, Fallbeispiele und Reflexion
Übungen zu Empathie, Humor, Abgrenzung sowie Transfer und Gegenübertragung. Gemeinsame Bearbeitung von Kasuistiken und Coaching im Sinne einer kollegialen Supervision.
Ihr Nutzen
Nach dem Seminar können Sie psychologische Einflussfaktoren in der Handtherapie besser erkennen und angemessen berücksichtigen.
Sie gewinnen mehr Sicherheit im Umgang mit emotional belasteten Behandlungssituationen, reflektieren Ihre eigene therapeutische Haltung und erweitern Ihre Handlungsmöglichkeiten für eine professionelle, empathische und zugleich klar abgegrenzte Behandlung.
Für wen ist dieses Seminar geeignet?
Das Seminar richtet sich an Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten sowie Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, die Menschen mit Erkrankungen oder Verletzungen der Hand und oberen Extremität behandeln und ihre therapeutische Beziehungsgestaltung bewusst weiterentwickeln möchten.
Weitere Details
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Voraussetzungen
Abgeschlossene Ausbildung im Bereich Ergotherapie oder Physiotherapie
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Seminarleitung
Jörg Bahm, MD PhD, Handchirurg, Aachen
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Seminarzeiten
09.00 Uhr bis ca. 16.30 Uhr
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Unterrichtseinheiten
9 UE
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Fortbildungspunkte
9 FP
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Teilnehmerzahl
max. 24 Teilnehmer
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Seminargebühren
289 Euro (inkl. digitalen Skript)







