Gewaltfreie Kommunikation in der Physiotherapie und Ergotherapie

Eine Physiotherapeutin bespricht mit einem Patienten auf einer Behandlungsliege dessen Knieprobleme und zeigt ihm Informationen auf einem Tablet.

klar, empathisch und professionell kommunizieren

Eine Frau sitzt auf einer Therapieliege in einem hellen Praxisraum und schreibt in ein Notizbuch.

Eine professionelle Kommunikation ist wesentlicher Bestandteil therapeutischen Handelns und neben der fachlichen Qualifikation ein zentrales Element für den Behandlungserfolg. Sie beeinflusst, wie Patient:innen sich verstanden fühlen, wie sie die Behandlung wahrnehmen und wie Konflikte im therapeutischen Alltag verlaufen.

Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg (GfK) bietet ein praxisnahes Modell, um auch in herausfordernden Situationen klar, wertschätzend und konstruktiv zu bleiben.

Das Seminar richtet sich speziell an Angehörige der Heilmittelberufe sowie Mitarbeitende in Empfang und Praxisorganisation in der Physiotherapie und Ergotherapie. Es verbindet die Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation mit der konkreten Anwendung im therapeutischen Praxisalltag.

Die Seminarteilnehmenden lernen typische Kommunikationsfallen kennen und erfahren wie sie beispielsweise Vorwürfe oder Ärger seitens Patient:innen, Angehörigen oder Kolleg:innen in wertschätzende Sprache übersetzen und sich selbst davon abgrenzen können. Selbstreflexion und Selbstfürsorge der Behandelnden stehen neben der Kommunikation mit anderen dabei im Mittelpunkt – denn eigene Bewertungen, Gefühle, Bedürfnisse und Reaktionsmuster sind wichtige Einflussfaktoren der Kommunikation.

Inhalte der Module

1. Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation

  • Was ist verbindende Kommunikation im Sinne der GfK – und was wird als trennend wahrgenommen?

  • Haltung und Menschenbild der GfK

  • Wertschätzende Kommunikation in vier Schritten

  • Beobachtungen von eigenen Bewertungen, Interpretationen und Urteilen trennen

  • Gedanken von Gefühlen und sog. Pseudogefühlen unterscheiden

  • Bedürfnisse von Wünschen und Strategien unterscheiden

  • Bitten und Forderungen voneinander abgrenzen

2. GfK als Instrument zur Selbstreflexion

  • Übungen und Methoden zur Selbstreflexion

  • Eigene Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen

  • Eigene Ressourcen und Grenzen erkennen

  • Selbstfürsorge im stressigen Arbeitsalltag praktizieren

  • Mit schwierigen Situationen und Misserfolgen umgehen

  • Eigene Vorurteile wahrnehmen und bearbeiten

3. GfK im Kontakt mit Patient:innen und Angehörigen

  • Professioneller Umgang mit entgegengebrachtem Ärger, Kritik und Vorwürfen

  • Unzufriedenheit und Frustration empathisch auffangen

  • Professionell mit entgegengebrachtem Ärger, Kritik und Vorwürfen umgehen

  • Die eigene Position professionell vertreten und Grenzen klar formulieren

  • Ursachen mangelnder Mitarbeit verstehen und konstruktiv darauf eingehen

  • Zwischen Verständnis und Zustimmung unterscheiden

  • die eigene Position professionell vertreten und Grenzen klar formulieren

4. GfK im Praxisteam und im interdisziplinären Austausch

  • Schwierige Gespräche deeskalieren

  • Konflikte im Team bearbeiten

  • Mitarbeitergespräche: Kritisches und wertschätzendes Feedback geben und annehmen

  • Supervisionen mit Hilfe der GfK durchführen

5. Praxisübungen und Transfer

Die Haltung und das Kommunikationsmodell der GfK werden auf typische Situationen aus dem Therapiealltag angewendet und durch praktische Übungen gefestigt.

Theoretische Inputs wechseln sich ab mit:
  • Fallbeispielen aus Physio- und Ergotherapie

  • Kleingruppen- und Partnerübungen

  • Reflexionsübungen

  • Austausch unter den Teilnehmenden

  • Einbringen eigener Fragen und (Konflikt-) Situationen durch die Teilnehmenden sind willkommen

Zielgruppe

Ergo- und Physiotherapeut:innen sowie weitere therapeutisch Tätige und Mitarbeitende in Empfang und Praxisorganisation, die ihre Kommunikationskompetenzen im beruflichen Umfeld erweitern und ihre Gesprächsführung reflektieren möchten.

Weitere Details

  • Zielgruppe

    Therapeutisch tätige Fachkräfte sowie Mitarbeitende am Empfang und in der Praxisorganisation

  • Seminarleitung

    Cornelia Paries
    Dozentin & Coach für Gewaltfreie Kommunikation, staatl. anerk. Ergotherapeutin, B.A. für Medizinalfachberufe

  • Seminarzeiten

    09.00 Uhr bis ca. 17.00 Uhr

  • Unterrichtseinheiten

    je Modul: 16 UE

  • Fortbildungspunkte

    je Modul: 16 FP

  • Teilnehmerzahl

    max. 15 Teilnehmer

  • Seminargebühren

    je Modul: 300 Euro (inkl. digitalen Skript)

Die Termine und Anmeldung:

Weitere Angebote

Individuelle Inhouse-Schulungen für Ihr therapeutisches Team sind auf Anfrage möglich.

Es besteht die Möglichkeit für Online-Übungsgruppen nach dem Seminar.

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