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Tendovaginitis stenosans (Schnellender Finger / Daumen)

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Tendovaginitis stenosans (Schnellender Finger / Daumen)

Die Tendovaginitis stenosans ist eine stenosierende Entzündung der Beugesehnenscheide mit Einengung im Bereich des A1-Ringbandes.

Definition, Diagnostik und Therapie

Der Fachartikel „Tendovaginitis stenosans (Schnellender Finger,Triggerfinger, bzw. Daumen)“ von Claudia Voss beschreibt die entzündlich-degenerative Sehnengleitstörung der Fingerbeugesehnen, die durch eine Verdickung der Sehne und Einengung der Sehnenscheide entsteht.

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Den Inhalt kurz zusammengefasst

Die Erkrankung betrifft meist das A1-Ringband über dem Fingergrundgelenk. Beim Beugen und Strecken gleitet die verdickte Sehne nicht mehr frei und „schnappt“ ruckartig durch die Engstelle. Dieses charakteristische „Schnellen“ ist das Leitsymptom der Erkrankung.

Es existieren angeborene und erworbene Formen. Die seltene angeborene Variante betrifft meist den Daumen von Säuglingen, während die erworbene Form überwiegend nach dem 50. Lebensjahr auftritt. Ursachen sind degenerative Veränderungen, chronische Überlastung, entzündliche Prozesse oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus. Besonders gefährdet sind Menschen mit einseitigen Handbewegungen, etwa beim Tippen, Stricken oder Klettern.

Typische Symptome sind Bewegungseinschränkungen, morgendliche Schmerzen, tastbare Sehnenverdickungen und ein deutlich spürbares „Schnellen“ beim Beugen des Fingers. In fortgeschrittenen Fällen bleibt der Finger in Beugestellung blockiert.

Die Diagnose erfolgt durch klinische Untersuchung, Palpation und ggf. Sonographie, die verdickte Sehnen und Engstellen sichtbar macht. Differentialdiagnostisch müssen Strecksehnenaplasien und Osteophyten ausgeschlossen werden.

Die konservative Therapie umfasst Kortisoninjektionen, Lymphdrainage, manuelle Mobilisation, Querfriktionen, Gelenkschutztraining und Verhaltensanpassung zur Vermeidung weiterer Überlastung. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, wird operativ behandelt – durch Spaltung oder Teilentfernung des A1-Ringbandes und ggf. Sehnenrekonstruktion.

Komplikationen können nach Cortisonbehandlungen Sehnenrupturen oder nach Operationen Verwachsungen und Bewegungseinschränkungen durch Narbenbildung sein.

Voss betont, dass eine frühe Diagnose und stadiengerechte Therapie entscheidend sind, um eine dauerhafte Funktionseinschränkung der Hand zu verhindern.


Tendovaginitis stenosans: Schienenversorgung

Der Fachartikel „Schienenversorgung bei Tendovaginitis stenosans“ beschreibt die konservative Behandlung des sogenannten schnellenden Fingers als Alternative zu Operation oder Kortikoidinjektion.

Ein Beitrag von Rebecca Groth, erschienen in "Ergotherapie und Rehabilitation", Ausgabe 07/2017, das Fachmagazin "Deutscher Verband Ergotherapie e.V. (DVE)", herausgegeben durch den "Schulz-Kirchner Verlag".

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Worum geht es in diesem Fachartikel?

Schienenversorgung bei Tendovaginitis stenosans

Die Tendovaginitis stenosans entsteht durch eine Einengung der Sehnenscheide, meist im Bereich des A1-Ringbandes, wodurch die Beugesehne beim Gleiten behindert wird.

Dies führt zu Schmerzen, Schnappen oder Blockaden des betroffenen Fingers.

Ursachen sind Überlastung, wiederholte Druckeinwirkung, entzündliche Prozesse oder systemische Erkrankungen wie Diabetes oder rheumatoide Arthritis.

Ziel der ergotherapeutischen Behandlung ist die Reduktion der Entzündung, die Entlastung der betroffenen Sehne und die Wiederherstellung des reibungsfreien Gleitens.

Dazu werden Schienen, Weichteiltechniken, Dehnungen und Eigenübungen kombiniert.

Die Schiene begrenzt gezielt die Beweglichkeit eines Fingergelenks (MCP, PIP oder DIP), um den Gleitweg der Sehne zu verkürzen und das Schnellen zu verhindern, während angrenzende Gelenke beweglich bleiben.

Je nach Belastung und Alltagsanforderungen wird die Schiene individuell angepasst und über sechs Wochen getragen.

Ergänzend erhält der Patient ein Übungsprogramm zur Förderung der Sehnengleitfähigkeit und Vermeidung von Adhäsionen.

Dieses umfasst aktive Bewegungen wie Streckung, kleine Faust, Lumbricales-Stellung und unvollständigen Faustschluss.

Groth betont, dass die konservative Therapie häufig eine Operation vermeiden kann.

Sollte dennoch eine chirurgische Ringbandspaltung erfolgen, unterstützt gezielte Nachbehandlung mit Narbenmobilisation und Bewegungsübungen die Regeneration.

Das Fazit lautet: Eine ursachenorientierte, konservative Behandlung mit Schienenversorgung bietet eine effektive, kostengünstige und patientenfreundliche Möglichkeit, die Funktion der Hand zu erhalten und Rezidive zu verhindern.

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