Rhizarthrose: Diagnostik & Therapie des Daumensattelgelenks
Der Fachartikel „Diagnostik und Therapie der Rhizarthrose“ von Rainer Zumhasch beschreibt die degenerative Erkrankung des Daumensattelgelenks (CMC I) mit ihren pathophysiologischen Ursachen, diagnostischen Verfahren und therapeutischen Strategien.
Ein Beitrag von Rainer Zumhasch, erschienen in "praxis ergotherapie", Ausgabe 02/2000, der Fachzeitschrift des "verlag modernes lernen Borgmann".
Die Rhizarthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung des Daumensattelgelenks und zählt zu den häufigsten Arthroseformen der Hand. Durch den fortschreitenden Knorpelabbau kommt es zu Schmerzen, Kraftverlust und Einschränkungen bei alltäglichen Greif- und Haltebewegungen. Besonders betroffen sind Tätigkeiten wie Schreiben, Drehen von Schlüsseln oder das Öffnen von Flaschen, wodurch die funktionelle Handfähigkeit deutlich reduziert werden kann.
In der Diagnostik der Rhizarthrose steht zunächst die klinische Untersuchung im Vordergrund. Typisch sind belastungsabhängige Schmerzen im Bereich des Daumenballens sowie eine verminderte Stabilität des Daumensattelgelenks. Ergänzend liefert die bildgebende Diagnostik, insbesondere das Röntgen der Hand, wichtige Hinweise zum Gelenkzustand. Dabei lassen sich Gelenkspaltverschmälerungen, knöcherne Anbauten und Achsabweichungen erkennen, die den Schweregrad der Erkrankung widerspiegeln.
Die konservative Therapie der Rhizarthrose verfolgt das Ziel, Schmerzen zu reduzieren, die Gelenkfunktion zu erhalten und eine Progression der Arthrose möglichst zu verlangsamen. Ein zentraler Bestandteil ist die handtherapeutische Behandlung mit gelenkschonenden Mobilisationstechniken, aktiven Übungen zur Stabilisierung sowie der Schulung ökonomischer Bewegungsabläufe. Durch gezielte Kräftigung der umgebenden Muskulatur kann das Daumensattelgelenk entlastet und die Greiffunktion verbessert werden.
Ergänzend kommen orthopädietechnische Maßnahmen wie Daumensattelgelenksorthesen zum Einsatz. Diese stabilisieren das Gelenk im Alltag, reduzieren schmerzhafte Fehlbelastungen und ermöglichen dennoch funktionelle Bewegungen der Hand. Auch physikalische Maßnahmen wie Wärmebehandlung oder entzündungshemmende Anwendungen können die Therapie sinnvoll unterstützen.
Bei fortgeschrittener Rhizarthrose und anhaltenden Beschwerden trotz konservativer Maßnahmen kann eine operative Versorgung in Betracht gezogen werden. Die physiotherapeutische und handtherapeutische Nachbehandlung spielt dabei eine entscheidende Rolle für die Wiederherstellung von Beweglichkeit, Kraft und Koordination. Durch ein individuell angepasstes Therapiekonzept lässt sich die Handfunktion langfristig verbessern und die Selbstständigkeit im Alltag erhalten.
