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Narbentherapie: Grundlagen, Techniken & Therapieziele

Narbentherapie: Grundlagen, Techniken & Therapieziele fasst Vorgehen, Dosierung und Zielkriterien über die Heilungsphasen hinweg zusammen.

Zentrale Therapieziele sind bessere Gewebegleitfähigkeit, weniger Schmerzen und mehr Funktion. Techniken werden je nach Narbenphase dosiert eingesetzt.

Der Artikel „Narbentherapie“ von Priv.-Doz. Dr. med. Jörg Carls (Orthopädische Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover, Annastift e.V.) bietet eine umfassende Übersicht über die unterschiedlichen Narbentypen und deren stadiengerechte Behandlungsmöglichkeiten.

Carls unterscheidet fünf Hauptformen: physiologische, sklerotische, eingezogene, hypertrophe Narben und Keloide.

Physiologische Narben verursachen meist nur kosmetischen Leidensdruck, während sklerotische Narben hart und unelastisch sind und über Gelenken zu Kontrakturen und Bewegungseinschränkungen führen können.

Eingezogene Narben, häufig als Folge von Akne, lassen sich durch Füllsubstanzen wie Kollagen oder Hyaluronsäure anheben.

Hypertrophe Narben bleiben auf die Wundränder beschränkt, während Keloide über diese hinauswachsen und ohne Therapie selten rückgebildet werden.

Die Behandlung richtet sich nach Narbentyp und Ausprägung. Sklerotische Narben werden operativ, etwa durch Z- oder W-Plastiken, verlängert.

Aknenarben können durch Dermabrasion oder chemische Peelings verbessert werden. Hypertrophe Narben und Keloide werden zunächst konservativ behandelt, da chirurgische Eingriffe eine hohe Rezidivrate von bis zu 60 % aufweisen.

Eine der wichtigsten konservativen Methoden ist die Infiltration mit Glucocorticoiden (Triamcinolon), die die Kollagenproduktion hemmt und die Narbenmatrix verdünnt.

Neue Therapien wie Imiquimod-Creme, Verapamil-Injektionen, Pentoxifyllin, Retinsäure, DMSO und Methotrexat zeigen ebenfalls positive Effekte auf Elastizität und Rückbildung.

Besonders DMSO fördert laut histologischen Untersuchungen den Umbau zu normalem Narbengewebe.

Zusätzlich können Silikonfolien oder Silikongels die Hautfeuchtigkeit regulieren und über einen Okklusionseffekt die Gewebemodellierung anregen.

Auch Drucktherapie hat sich bei hypertrophen Narben und Verbrennungsnarben bewährt, da sie die Kollagendichte reduziert und Juckreiz lindert.

Ergänzend dazu kommen Lasertherapie und physiotherapeutische Maßnahmen wie Bindegewebs- und Narbenmassage zum Einsatz.

Zu den topischen Präparaten zählt Contractubex® (Zwiebelextrakt, Allantoin, Heparin), das proliferationshemmend auf Fibroblasten wirkt, sowie Synchroline Terproline®, das die Biosynthese von Hyaluronsäure, Kollagen und Fibronektin stimuliert.

Kelofibrase® und Melkfett dienen der Hautbefeuchtung, während Ringelblumensalbe entzündungshemmende Wirkung zeigt.

Carls fasst zusammen, dass eine polypragmatische Vorgehensweise, also die Kombination mehrerer Therapieformen, die besten Ergebnisse erzielt.

Eine individuell abgestimmte Kombination aus medikamentöser, physikalischer und manueller Behandlung kann sowohl das funktionelle Ergebnis als auch das kosmetische Erscheinungsbild deutlich verbessern.

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