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Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Physio & Ergotherapie

Der Artikel „Physios und Ergos Hand in Hand“ betont die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Physio- und Ergotherapeut:innen.

Ein Beitrag von Nicola Moll, erschienen in "physiopraxis", Ausgabe 07/2003, der Fachzeitschrift des "Thieme Verlags".

Physios und Ergos arbeiten in der Handrehabilitation am effektivsten, wenn sie Hand in Hand vorgehen – nicht parallel, sondern interdisziplinär abgestimmt. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit sorgt dafür, dass Patient:innen klare und konsistente Empfehlungen erhalten und Therapieziele nicht widersprüchlich vermittelt werden.

Gerade bei Beschwerden an der Hand wirken sich Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder Kraftverlust schnell auf Alltag, Beruf und Selbstständigkeit aus. Deshalb lohnt es sich, Physiotherapie und Ergotherapie früh zu verbinden und den Therapieverlauf gemeinsam zu planen.

In der Physiotherapie stehen häufig Beweglichkeit, Kraft, Belastbarkeit und die Bewegungsqualität im Vordergrund. Die Ergotherapie unterstützt vor allem die Umsetzung in alltagsrelevante Aktivitäten und Teilhabe – zum Beispiel bei Greifaufgaben, Schreiben, Anziehen, Arbeitstätigkeiten oder feinmotorischen Anforderungen.

Wenn beide Berufsgruppen ihre Stärken bündeln, entsteht ein gemeinsames Bild davon, was das zentrale Problem ist, welche Belastungen aktuell möglich sind und welche Schritte in welcher Reihenfolge sinnvoll sind. So wird Therapie nicht nur funktionell wirksam, sondern auch alltagsnah.

Eine wichtige Grundlage ist die gemeinsame Befunderhebung. Sie muss nicht aufwendig sein, sollte aber einheitlich sein und dieselben Schlüsselfragen beantworten: Welche Beschwerden stehen im Mittelpunkt? Welche Handgriffe oder Bewegungen lösen Schmerz aus? Welche Anforderungen bestehen im Alltag oder am Arbeitsplatz?

Aus diesen Informationen lassen sich abgestimmte Behandlungsziele ableiten, die sowohl funktionelle Fortschritte als auch alltagsnahe Verbesserungen abbilden. Besonders wirksam ist eine Zielsetzung, die Funktion und Handlungsfähigkeit verbindet – etwa: weniger Schmerz bei Alltagsgriffen, mehr Belastbarkeit im Training und eine sichere Umsetzung in konkreten Tätigkeiten.

Ebenso entscheidend ist der fachliche Austausch zwischen Physio- und Ergotherapie. Schon kurze, regelmäßige Abstimmungen helfen, Doppelbehandlungen zu vermeiden, ohne dass Versorgungslücken entstehen. Das schafft Klarheit im Team und erhöht die Qualität der Versorgung.

Wenn beide Seiten wissen, welche Übungen aktuell im Fokus stehen, wie die Belastung dosiert wird und welche Warnzeichen zu beachten sind, kann die nächste Einheit nahtlos anknüpfen. Patient:innen profitieren außerdem davon, dass Empfehlungen zu Schonung, Aktivität und Steigerung zusammenpassen.

Interdisziplinär abgestimmt zu arbeiten bedeutet am Ende: weniger Reibungsverluste, mehr Klarheit, ein besser planbarer Therapieverlauf – und damit eine höhere Chance, dass Fortschritte nicht nur in der Praxis sichtbar werden, sondern im Alltag dauerhaft ankommen.

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