Funktionelle Deformität nach trainingsbedingter Überlastung
Eine funktionelle Deformität kann als Folge trainingsbedingter Überlastung auftreten und funktionelle Einschränkungen verursachen.
Der Artikel „Funktionelle Deformität als Folge einer trainingsbedingten Überlastungsreaktion“ beschreibt einen Fallbericht aus der Handrehabilitation, in dem eine Boxsportlerin infolge wiederholter Belastung eine funktionelle Deformität der Daumen entwickelte.
Ein Beitrag von Michael Wagner, erschienen in "praxis physiotherapie", Ausgabe 01/2010, der Fachzeitschrift des "verlag modernes lernen Borgmann".
Durch die tägliche Trainingsbelastung von bis zu fünf Stunden kam es zu einer Überlastung der Daumengrundgelenke, begünstigt durch die Fixierung der Hände in Boxbandagen.
Dies führte zu einer Fehlstellung mit verminderter Opposition und Abduktion, muskulärem Ungleichgewicht und Hypertonus des M. adductor pollicis.
Die Befundung zeigte eingeschränkte Flexion, Hypomobilität der Interphalangeal- und Grundgelenke sowie Insuffizienz der Oppositionsmuskulatur.
Wagner beschreibt die Behandlung in zwei Phasen:
In der passiven Therapie wurden Traktionen, Wärmeanwendungen (Heiße Rolle) und manuelle Mobilisationen durchgeführt, um Schmerzen zu lindern, Verklebungen zu lösen und die Gelenkbeweglichkeit zu fördern.
In der aktiven Therapie erfolgten gezielte Oppositions- und Abduktionsübungen, unterstützt durch assistive Bewegungsführung und myofasziales Release.
Nach fünf Sitzungen war die Opposition der Daumen vollständig wiederhergestellt, lediglich eine geringe Einschränkung im linken MCP-Gelenk blieb.
Wagner betont die Bedeutung der Kombination aus manualtherapeutischen und aktiven Maßnahmen sowie der Anpassung sportlicher Bewegungsmuster, um Rezidive zu vermeiden.
