Arthritis im Daumensattelgelenk: Akutversorgung
Der Fachartikel beschreibt neue Wege in der Akutversorgung bei Arthritis im Daumensattelgelenk.
Er ordnet praxisnah ein, welche Symptome typisch sind, wie sich eine CMC-I-Problematik strukturiert untersuchen lässt und welche therapeutischen Maßnahmen sich in der akuten Phase bewährt haben.
Im Fokus steht eine Kombination aus Befundlogik, symptomorientierter Erstversorgung und manualtherapeutischen Schritten, die darauf abzielen, Schmerz und Entzündung zu reduzieren, Bewegungsabläufe wieder anzubahnen und Rezidive im Alltag zu vermeiden.
Die dargestellten Maßnahmen sind Bestandteil einer symptomorientierten Therapie der Arthritis im Daumensattelgelenk in der akuten Phase.
Ein Beitrag von Rainer Zumhasch, erschienen in "Therapie und Praxis", Ausgabe 04/2006, der Fachzeitschrift des VDB-Physiotherapieverbands.
Typische Symptome der Arthritis im Daumensattelgelenk
Die Befunderhebung beginnt mit Inspektion, Palpation sowie aktiver und passiver Funktionsprüfung. Als wichtiges Zeichen wird das Ödem im Bereich vom Os trapezium zum Os metacarpale I beschrieben: Leichte, eher „mikroödembetonte“ Schwellungen sprechen im Artikel eher für degenerativ aktivierte Prozesse, ausgeprägtere Schwellungen können Hinweise auf eine rheumatoide Pathologie geben. Palpatorisch werden Unterschiede der Konsistenz thematisiert (eher wässrig versus sülzig-derb). In der Funktionsuntersuchung wird eine positive Reposition als typischer Befund bei beiden Pathologien genannt.
Akutversorgung: lokale und manuelle Maßnahmen
Für die akute Phase beschreibt der Artikel den Einsatz einer topischen Kombination aus DMSO und Diclofenac (als Beispiel wird Voltaren genannt), optional auch unter okklusiver Abdeckung und unter Ruhigstellung. Wichtig für die Praxis: Solche medikamentösen Maßnahmen gehören in der Umsetzung in die Hand von Ärzt:innen bzw. erfolgen nach therapeutischer/ärztlicher Vorgabe – im Artikel wird die Kombination als Baustein innerhalb eines Behandlungskonzepts dargestellt.
Bereits früh (ab dem zweiten Tag) werden manualtherapeutische Maßnahmen empfohlen, um ungünstige Verklebungen zu vermeiden und die Gewebequalität zu unterstützen. Dazu werden Traktion niedriger Stufen mit Oszillation sowie leichte Kompression als knorpelschützender Reiz beschrieben. Ergänzend werden transversales Gleiten und anschließende 3-D-Mobilisationen genannt, um physiologische Bewegungsabläufe der Gelenkpartner wieder anzubahnen. Der Artikel betont außerdem den Nutzen alltagsnaher Bewegungen, um einem „pathologischen Ziel- bzw. Bewegungsgedächtnis“ entgegenzuwirken.
Systemische Techniken und Schmerzregulation
Als vorgelagerter Bestandteil werden systemisch-vegetative Maßnahmen im thorakalen Bereich (TH 2/3 bis TH 8/10) hervorgehoben, die tonussenkend wirken und Schmerzhemmung sowie Stoffwechselregulation unterstützen sollen. Genannt werden u. a. heiße Rolle, BGM, Nadelreizmatte, oszillierende Segmenttechniken und Lymphdrainage. Der Text ordnet diese Maßnahmen als vorbereitend ein, bevor strukturell/manualtherapeutisch am Gelenk gearbeitet wird.
Schutz vor Rezidiven und Belastungssteuerung
Nach Abklingen der Hauptsymptomatik werden stabilisierende Maßnahmen zur Rezidivprophylaxe beschrieben: Tape-Anlagen für Belastungssituationen sowie zeitweise Ruhigstellung über eine Orthese. Außerdem werden posturale Stabilisationsübungen genannt, um den muskulären Synergismus wiederherzustellen und die Belastbarkeit zu fördern. Als möglicher Mechanismus wird diskutiert, dass die Kombination aus medikamentöser Entzündungshemmung und manueller Therapie das Lösen von Crosslinks und Verklebungen begünstigen und so die Behandlungszeit verkürzen kann.
Fazit
Der Artikel liefert einen strukturierten Leitfaden für Befund und Akutmanagement bei CMC-I-Problemen: differenzierte Befundaufnahme, symptomorientierte Erstversorgung, früh dosierte Mobilisation sowie Schutz- und Stabilisationsmaßnahmen für den Alltag.
